Sattel

Der klassische Sattel bildet einen Körper aus einer breiten hinteren Sitzfläche und einer schmalen vorderen Sattelnase, der Übergang ist stufenlos. Sättel besitzen manchmal Federungssysteme unterschiedlicher Art und Bauweise.

Früher wurde meist zwischen Herren- und Damensättel unterschieden und so versucht, der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Frauen in der Regel ein breiteres Becken besitzen als Männer. Bei Damensätteln, die immer breiter waren als Herrensättel, war überdies die Sattelnase deutlich kürzer, ohne dass dies physiognomisch erklärbar gewesen wäre. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass diese Unterscheidung nicht besonders sinnvoll ist, da der Körperbau personen-, aber nicht geschlechtsspezifisch ist. Diese Erkenntnis wurde durch die Tatsache gefördert, dass der ehemalige Radrennfahrer Täve Schur seinen zweiten Weltmeistertitel nach einem Radtausch mit einem Damensattel gewann. Daher geht man heute zunehmend zu sogenannten Unisex-Sätteln über.

Ein Sattel darf weder zu groß noch zu klein sein. Folglich wird heute von etlichen Herstellern von Markenfahrradsätteln das gleiche Modell mit unterschiedlichen Sattelbreiten angeboten. Um den Sattel zu ermitteln, der für den Benutzer optimal passend ist, muss der Sattel nicht nur auf die Anatomie des einzelnen Radfahrers mit dem Sitzbeinhöckerabstand abgestimmt sein, sondern auch auf den Einsatzbereich, für den das Fahrrad verwendet werden soll. Dazu wird je nach Anwendungsbereich zu dem Messergebnis des Sitzknochenabstandes ein gewisser Faktor für den entsprechenden Einsatzbereich addiert. Die unterschiedlichen Körperhaltungen bewirken eine unterschiedliche Neigung des Beckens und daher unterschiedliche Kontaktstellen zwischen dem Beckenbereich des Fahrers und dem Sattel. Generell sollte der Sattel umso schmaler sein, je gebeugter die überwiegende Haltung während des Fahrradfahrens ist. Oftmals ergibt sich der Anwendungsbereich des Fahrrads schon aus seiner Rahmenbauweise.

Die Sattelform muss die körperlichen Eigenschaften des Radfahrers berücksichtigen, um ein dauerhaft angenehmes Sitzen auf dem Fahrrad zu ermöglichen. Jede Sattelbauform bietet Vorteile, aber auch Nachteile. Die bloße Form eines Sattels sagt nichts über seine Bequemlichkeit aus.
Er wird für verschiedene Einsatzbereiche in unterschiedlichen Breiten, Längen, Neigungen und Polsterungen unterschieden.